Was können wir daraus lernen

Heute

Seite 5

„Imagine all the People living for today
Imagine there’s no countries
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for and no Religion, too
Imagine all the People living life in Peace“..

John Lennon’s Hymne der Nächstenliebe läuft in der Endlosschleife während meine Finger meiner ganz eigenen Vision folgen..

..Heute ist Weihnachten. Das Fest der Liebe. Eigentlich. Wo stehen wir heute? Die Wohnung hochpoliert, die Deko funkelt, das Weihnachtsoutfit glänzt. Doch wie siehts hinter der alljährlichen Fassade aus? Wurde da auch mal der Müll raus getragen? Ganz ehrlich, ich hoffe wir können es besser, denn eines zeigt sich, das wir tendenziell verschlossener werden gegenüber den Prinzipien fundamentaler Menschlichkeit.

Selbst heute, in Zeiten eines Virus, der uns einmal mehr zeigt, wie wichtig es ist, einander wertzuschätzen, zu achten, und die eigenen Belange hinten an zu stellen. Der uns zeigt wie wertvoll Gesundheit ist, und Zusammenhalt. Wie kurz das Leben eigentlich ist, und wie unberechenbar. Wie wertvoll die Zeit ist die wir miteinander haben. Wir täglich daran erinnert werden, das im Leben nicht immer alles nach unserer Pfeife tanzt, lernen müssen die Dinge so zu akzeptieren wie sie sind, unseren Kopf nicht immer über alles und jeden hinweg setzen können. Dieses Jahr war für alle eine Herausforderung, auf allen Ebenen. Keiner blieb diesmal verschont. 

Eines ist sicher, es wird eine Zeit nach Corona geben, doch wird es auch eine Zeit der Einsicht geben? Werden wir daraus lernen und daran wachsen, hinweg von der stetig wachsenden Rücksichtslosigkeit zu mehr Achtsamkeit? Und zwar nicht nur im Miteinander, sondern bezüglich unseres Daseins in Koexistenz mit der Natur? Werden wir die Krise als Chance für einen Neuanfang nutzen? Ich weiß es nicht. Die Skepsis bleibt, deswegen, weil wir nicht einmal aus dem ersten Lockdown gelernt haben, und nun über den zweiten jammern. Corona in der Endlosschleife, oder ‚Und täglich grüßt das Coronatier‘. Wir haben es satt, und doch können wir nichts daran ändern. Oder?

Für Veränderung braucht man Einsicht, über die eigenen Fehler, und den Mut es anders zu machen. Schwierig, nicht jeder ist dazu bereit. Dabei kann es so einfach sein. Ein kleines Lächeln, ein kleines Dankeschön, ein kleines ‚ich achte den Abstand zu anderen‘ damit ich nicht unwissend jemanden anstecke. Eine kleine Geste der Rücksicht und der Achtung voreinander bedeuten, in Zeiten von Corona, die Welt.

Wie wäre es wenn wir heute damit beginnen? Denn heute ist alles anders, heute erleben wir das Ende eines Jahres das uns gnadenlos durch den Fleischwolf des Wandels gequetscht hat. Heute haben wir die Möglichkeit zur Besinnung weil wir endlich Zeit haben Weihnachten in seiner ursprünglichsten Form zu erleben. Kein Abhetzen von Geschäft zu Geschäft, der Einzelhandel ist dicht, eingekauft wurde online. Familienmarathon-Besuche entfallen, nun genießt man dieses ‚mehr Zeit‘ mit seiner eigenen kleinen Welt, dank dem heutigen technischen Fortschritt sogar virtuell mit dem Rest der Familie. Menschen, die diesmal auch in den Genuss kommen zu ‚genießen‘, weil sie diesmal nicht 20 sondern nur maximal fünf hungrige Familienmitglieder bewirtschaften müssen. Eine Zeit in der wir durch Abstand erstmals wirklich zusammen rücken können. Der Alltagswahnsinn ist dieses Jahr brachial still gelegt, sowie alles womit wir unser bisheriges Dasein identifiziert haben. Und nun? Weltuntergang? Arbeitslosigkeit? Existenzängste die für schlaflose Nächte sorgen? Alleine zu Hause? Familien die nun den ganzen Tag, noch dazu mit ihren Kindern, aufeinander hocken? Ja es ist alles schlimm, aber nichts ist schlimmer als geliebte Menschen für immer zu verlieren. Nichts auf dieser Welt ist wichtiger als das Leben selbst. Ganz ehrlich, geht es uns wirklich so schlecht als das wir tatsächlich die Existenz eines lebensgefährlichen Virus anzweifeln dürfen?  Können wir dafür nicht einfach mal dankbar sein, zum Beispiel für die Menschen, die tagtäglich für unser Wohl und unsere Gesundheit kämpfen, auch an heilig Abend sich abschuften, Sterbende betreuen, getrennt von ihren Liebsten, weil viele nach wie vor glauben, das das einhalten des nötigen Sicherheitsabstand und das tragen einer Maske, ein vom Staate ausgeklügelter Komplott gegen die Nation sei, nach dem Motto: „Corona gibt es nicht. Punkt.“ 

Die aufgezwungene Entschleunigung schenkt uns nun seltene Stille und Besinnlichkeit. Demut ist mittlerweile nur noch ein Wort das man irgendwann einmal irgendwo gehört hat. Was es bedeutet haben wir vergessen, denn das Streben heutzutage gilt der Selbstdarstellung anstatt der Selbsterkenntnis. Google beschreibt Demut als „die Bereitschaft, etwas als gegeben hinzunehmen, nicht darüber zu klagen und sich selbst als eher unwichtig zu betrachten“. Demut ist eine Tugend, bedeutet Akzeptanz, lehrt uns, „sich nicht geringer zu fühlen als andere, sondern sich von der Anmaßung der eigenen Wichtigkeit zu befreien“, sagte Matthieu Ricard. Uns geht es immer noch gut, im Gegensatz zu vielen anderen. Das zu erkennen erfordert meist eine Bruchlandung abseits jeglicher Bequemlichkeit. Wie schaffen wir das?

„Die Kunst besteht darin im Anfang mehr zu sehen als im Ende.“ ~Peggy Gardot~

Und genau heute ist die beste Gelegenheit das zu üben! Sich über das freuen was da ist, ohne Vergleiche, Neid und Missgunst, Wettkampfdenken ade. Das Leben wertschätzen und feiern, an einem reich gedeckten Tisch, verpackt in wohliger Nestwärme, zu Hause. Das beste aus dem machen was gegeben ist, langsamer, bewusster, menschlicher. Überlegt einmal, wann habt ihr euch das letzte Mal so richtig Zeit gelassen, zB. zum essen? Mit welcher Geschwindigkeit wir eigentlich durchs Leben rasen, ohne anzuhalten, um durchzuatmen. Ist es Zufall, das die Natur uns nun, durch einen Virus, der zu einer tödlichen Lungenkrankheit führen kann, daran erinnern musste, wie wertvoll ‚durchatmen‘ eigentlich ist? Ist es nicht so, das wir seit der Pandemie viel mehr frische Luft und ausgiebige Spaziergänge in der Natur wertschätzen? Es gibt so vieles das sich für uns zum Vorteil ändern könnte, wir es aber nicht sehen, weil wir damit beschäftigt sind, einen Lebensstil aufrecht zu erhalten der nicht mehr zu uns passt, und uns im Grunde krank macht. Es reicht vollkommen aus das wahrzunehmen was direkt vor unserer Nase ist, nicht nur an Weihnachten. Um etwas besonderes zu erleben, und um etwas Großes zu vollbringen, reicht es aus, hier und da, Menschlichkeit zu zeigen, und zwar Heute!

..“You may say i’m a dreamer..
But i’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will live as ONE!“

~John Lennon~

Ich wünsche Allen ein besinnliches Weihnachten und beschließe das mit den meist gehörten Worten 2020:

„Bleibt gesund!“

Eure Peggy Gardot

[Artikel verfasst 24. Dezember 2020]

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