Ich bewerbe mich als Elfenkriegerin. Das wirkt elegant und entschlossen zugleich.

Klasse Spruch? Finde ich auch. Gefunden auf Pinterest Karriereservice.de.

Stellenanzeigen..es wird gefordert. Nach dem Abschluss, Werdegang, Fertigkeiten, Kenntnisse, zudem die Fähigkeit einen Weltraumsatelliten zu bauen und Blei in Gold umwandeln, zeitgleich. Nichts leichter als das, abgeschlossen habe ich alles was ich angefangen habe, ge’gang’en bin ich mit Würde und ‚Werde‘ das weiterhin tun um mich nicht mehr ‚Fertig‘ zu machen, und ich zur ‚Kenntnis‘ genommen habe, das es Zeit ist für Veränderungen. Gut so??

Ich komme nicht umhin mich zu fragen: Erfüllen wir lieber übertriebene Ideale oder tun wir das womit wir uns identifizieren können?

Ich lese diese ‚Wunschzettel‘ und frage mich schmunzelnd, ob die das ernst meinen oder die Adresse mit dem Weihnachtsmann verwechselt haben. Wäre ich bestimmt gewesen allen Ansprüchen zu genügen und nur aus Vorteilen zu bestehen, wäre ich mit Sicherheit als eierlegende Wollmilchsau zu Welt gekommen. Bin ich aber nicht.

Ich glaube die suchen nicht mich, sondern jemanden der das sagt was sie gerne hören. Gut, wie verkauft man am besten seine Seele? Gibt es Kurse an der VHS oder ein Handbuch das die Kunst des ‚Popo küssen’s‘ vermittelt? Mit Sicherheit gibt es sowas. Wieso wird nicht gefragt was man im Leben durch das Leben alles gelernt hat? Ob ich fähig bin neue Lösungsansätze zu finden um Prozesse zu optimieren, mich flexibel an neue Situationen souverän anpassen kann, bereit bin Risiken einzugehen, und den Mut habe Dinge zu hinterfragen, anstelle nur bejahend und blind zu folgen. Mit wieviel Willenskraft und Geschick z.B. eine alleinerziehende Mutter verantwortungsbewusst den Haushalt, Kindeserziehung und die Karriere zeitgleich managt. Die schulische und erziehungsbedingte Wegbegleitung des Kindes, Hausaufgabenbetreuung, Elternabende, seelische Fürsorge bei Krankheit und Scheitern, nebenher wie ein Runway Model aussehen muss, mit der Gelassenheit einer 70-jährigen auf Weed-Fahrt. Das sind andere Geschwindigkeitsparameter, deswegen dieser Vergleich.

Personaler : „Bezahlt wird bei uns nach Leistung“ – Bewerber : „Sorry davon kann ich nicht leben“. (Quelle: Pinterest)

Firmen erwarten und halten eine Stundenlohn für 8 bis 10 Euro für mehr als ausreichend. Das Frauen nach wie vor mehr um eine Gehaltserhöhung kämpfen müssen als Männer ist bekannt. Es wird gerne in neues, frisch aus der Ausbildung kommendes Personal investiert, klar, neue Ideen bringen neuen Schwung in den Laden. Mit Wertschätzungsmaßnahmen langjähriges loyales Personal zu halten, ist nicht zu unterschätzen. Solche Mitarbeiter sind die tragenden Säulen eines Unternehmens. Ein langjähriges Team, das sich vertraut und eigenständig delegiert, erwirtschaftet kompetent Erfolge, aufgrund ihres Verantwortungsbewusstseins und unternehmerischem Denkens. Toller Nebeneffekt: der Vorstand darf sich an schicken BMWs erfreuen. Wertschätzung ist das ‚A‘ und ‚O‘ für zufriedene Mitarbeiter, in Form einer fairen Entlohnung und dem Vertrauen auf deren Fähigkeiten. Wichtig ist den Ball hin und wieder abgeben, jeder gute Leader weiß, um zu wachsen braucht der Mensch Herausforderungen. Was lernen Kinder? Nur wer hinfällt lernt aufzustehen. Übertriebene Kontrolle und unnötiges Machtgetue erstickt diesen natürlichen Lernprozess im Keim. Die Großen brauchen sich nicht wundern, Mitarbeiter verlieren ihren ‚drive‘, sind lustlos, und verlernen, eigenständig, im Sinne des Unternehmens, zu denken und zu handeln. Kurz, sie haben keinen Bock mehr und suchen sich was neues.

Ich als ‚kleine Mittelständler-in‘ mit einem Gespür für das Wesentliche und keinem akademischen Grad habe keine Ahnung. Ich sehe mich als kreative Unternehmerin und überlege dementsprechend eine Stellenanzeige zu schalten, gemäß der Gesuche von Firmen drehe ich den Spieß um:

„Wir (ich: Mutter, und Angestellte eines 40Std-Vollzeit-Jobs, nebenher noch Psychologin, Gesundheitscoach, Pädagogin, Finanzmanagerin, Köchin, Putzfrau, Taxifahrerin, Eventmanagerin, Handwerkerin und Autorin in einer Person) sind ein mittelständiges Unternehmen mit Sitz in XXXX. Wir wachsen stetig und suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Mentor und erfahrenen Leader.

Bieten: Zielstrebigkeit, Querdenker-Gen, geschmeidige Ecken und Kanten, Gute Laune, geht nicht – gibt’s nicht, Wohlfühlgarantie, Teamfähigkeit, Ideenreichtum, Engagement, Praxiserfahren in Projektabwicklungen, Scharfsinnigkeit, Erfahren im Umgang mit verschiedenen Mentalitäten, kommunikatives Geschick, Gespür für das Wesentliche, Entscheidungsfreude, Motivation, Lernbegeisterung, und wir sorgen für herrlichen Kaffee.

Sie bringen mit: ausgeprägtes Gespür für’s faire Zahlen, Anstand, emotionale Intelligenz, die Fähigkeit zuzuhören, Mut und Vertrauen für Veränderungen durch Verbesserungsvorschläge, Praxiserfahren im sozialen Umgang, Führungsqualitäten, bevorzugt Erfahrung im Erkennen und Fördern von Potenzial, delegieren ohne Kontrolle und Zwang, ein inspirierendes Gemüt, Begeisterung für die Arbeit in einem Team, und Interesse am gemeinsamen Wachstum und einer erfolgreichen Zusammenarbeit.

Ihre Aufgaben: pünktliche Bezahlung, Unterstützung von Interessen, Stärken fördern, und die Freiheit einräumen, die Karriere erfolgreich aufzubauen. Spaß an der Arbeit ist für Sie eine Selbstverständlichkeit.

Wir sind bereit für Sie! Sind Sie bereit für uns?“

Bin ich zu frech, zu eigensinnig, für eine faire Bezahlung meines Könnens? Sollte ich mich mehr anpassen um den Idealen anderer zu entsprechen?..Ich überlege..Nö. In mir keimt die Hoffnung meinen ‚Wunschkandidaten‘ von Arbeitgeber und Mentor eines Tages zu begegnen.

Kurzum.. ich folge dem Ruf nach Berufung und kombiniere fleißig Wörter zum großen Ganzen. Das finden, bei dem man die Zeit vergisst und komplett in seinem Tun versinkt, ist sicherlich der richtige Weg. Unabhängig ob ein anderer Potenzial erkennt und fördert, oder man alleine kämpft, glaube an dich!

Ich feiere jeden Kommentar, haut rein, siehe unten. 🙂

Eure Peggy Gardot

[Artikel verfasst April 2015 > Nachtrag: kurz darauf bin ich meiner Traumfirma begegnet, bessere Chefs kann ich mir nicht wünschen. 2020 > die Begeisterung hält an :)]

4 Kommentare

  1. Dein kritisch-ironischer Beitrag hat eine Menge drive, liebe Peggy und auch ich muss über die „Wunschzettel“ schmunzeln. Aber es gibt offenbar noch eine Steigerung:
    Kürzlich habe ich gelesen, dass für offene Stellen passende Bewerber über Computerspiele rekrutiert werden sollen. Das Spielverhalten soll wohl Rückschlüsse auf Kompetenzen (Teamfähigkeit, Lösungorientierung, Empathie usw.) erlauben. Außerdem sollen sich Bewerber mit einem Computer „unterhalten“. Aus dieser „Konversation“ wiederum sollen Rückschlüsse über Sprachverhalten u.ä. gezogen werden …
    Lieben Gruß, Beate

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo liebe Beate:)
      ich freu mich sehr darüber das dir der Beitrag gefallen hat und ich finde das ist ein sehr interessantes Thema das du da ansprichst. Das nun auch Computerspiele zur Rekrutierung mit eingesetzt werden, finde ich persönlich sehr kurious. Mag daran liegen das ich mit dieser Welt nicht vertraut bin:) Ich frage mich wie eine Software jemals ‚verstehen‘ kann was mein Handeln oder meine Entscheidung bedeutet. Solchen Auswertungen fehlt einfach die emotionale Intelligenz und die ist doch eigentlich notwendig für eine gute Teamfähigkeit. Da wird die menschliche Vielfalt auf die Analyze eines von Menschen entwickelten Programmes begrenzt. Mit ‚über den Tellerrand schauen‘ ist dann nicht mehr:) und es wird ausschließlich kategorisiert. Oder man müsste das Program genauso schnell aktualisieren bzw anpassen, da jeder sich unterschiedlich schnell weiter verändert. Kommunikativ gesehen ist das kommunizieren über Plattformen wie eben Vidospiele letzten Endes doch nur ein Austausch von Botschaften. Wie authentisch die sind lässt sich mutmaßen. Rückschlüsse auf das Sprachverhalten zu ziehen sehe ich als schwierig da über Plattformen die Qualität der Kommunikation schlichtweg einfach nicht gegeben ist…
      Herzliche Grüße und einen schönen Tag wünsche ich dir:) Peggy

      Gefällt 1 Person

  2. Ob ich einen Sklaven in Ketten lege
    Oder in beständigere leichter unsichtbare
    Jene aus Angst und Abhängigkeit gemacht
    Ist nur ein gradueller Unterschied

    Ich habe in manigfache Berufsfelder geschaut
    Darin Erfahrung erarbeitet und bin zu dem Schluß gelangt
    Damit Schluß zu machen

    „Der Verrat am Selbst
    Die Angst von Mann und Frau vor Autonomie“
    von Arno Grün
    Beschreibt wie die Würde des Menschen paralysiert alles mit Ihm machen Läßt
    Oder
    Denn die Butter auf dem Brot
    Sei Sie noch so süß ist vergiftet mit der Verachtung und Bitternis
    Derer die wie eben eine Bloggerin „..einen Scheißarbeitstag“ erlitten
    Wenn Es denn eine Täter Opferrolle gibt dann auch die der Selbstbefreieung

    Frei nach Friedrich Schiller
    Die da oben können nur unterdrückend herrschen
    Weil die da unten kriechen

    Zeit ist wenn schon Geld
    Dann ist Geld Lebenskraft
    Lebenskraft ist Blutskraft
    Und Blut ist Lieben

    Wo nicht erfolgt eine Blutsvergiftung
    Siehe ich habe Es Euch gesagt

    danke
    Dir Joaquim von Herzen

    Gefällt 1 Person

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